Appendektomie
Hallo liebe Leser,
selten wende ich mich mit so einer direkten Anrede an euch, aber immerhin bin ich auch schon seit geraumer Zeit ein Update schuldig.
Der Grund für dieses Versäumnis war eine Appendektomie, oder Blinddarmentfernung, wie der Volksmund fälschlicherweise sagt. Am Montag letzte Woche hatte ich bereits seit dem Vormittag starke Bauchschmerzen und habe mich am frühen Nachmittag vorzeitig in den Feierabend verabschiedet. Das Gefühl war jenem ähnlich, als ob sich eine gewaltige Blähung durch die Gedärme wälzt, nur hat der Schmerz bereits im Oberbauch angefangen. In der Nacht auf Dienstag hat er sich in den Unterbauch verlagert.
Nachdem mein Hausarzt am Dienstag keine Ordination hat, bin ich direkt ins Krankenhaus gefahren. Dort hatte man aufgrund der untypischen Schmerzposition (in der Mitte des Unterbauches) eine Appendizitis gar nicht unbedingt im näheren Verdächtigenkreis. Meine Blutwerte wiesen zwar rekordverdächtige Entzündungswerte auf, doch am Ultraschall war nichts zu erkennen. Erst eine Computertomografie bestätigte den Verdacht.
Am Dienstag Abend bin ich operiert worden. Die Operation verlief einwandfrei und die beiden nachfolgenden Tage in stationärer Behandlung im Krankenhaus waren auch ohne Probleme. Mit auf meinem Zimmer war unter anderem ein älterer Herr, Fritz, der sich von einem Blinddarmdurchbruch erholte.
Ein Durchbruch ist mir zwar erspart geblieben, aber sonst ja kaum etwas. So begannen am Freitag Abend, nachdem ich am Morgen entlassen worden war, die ersten Wehwehchen. Offensichtlich war ich schon wieder verschnupft krank. Dank der frischen Operation war und ist immer noch an Husten oder Räuspern nur unter Vorbehalt zu denken. Nießen steht außer Frage.
Am Samstag begann sich die Situation zu verschlimmern und ich war teilweise fiebrig. Erst am Sonntag klangen die Erkältungssymptome langsam wieder ab. Dafür begann die Operationswunde zu schmerzen.
Nicht äußerlich, das wär ja noch einfach gewesen, sondern innen. Einen fingerbreit unter dem mit fünf Stichen genähten Einschnitt konnte ich am Sonntag Abend einen kleinen, schmerzhaften Wulst ausmachen. Heute bin ich wieder ins Krankenhaus gefahren, um mir die Sache ansehen zu lassen. Meine Blutwerte sind OK, aber laut den Ärzten könnte sich an der fraglichen Stelle ein Hämatom gebildet haben, dass nun bei der kleinsten Druckveränderung schmerzt. Im Krankenhaus hab ich dann Fritz getroffen. Er ist der lebende Beweis, dass man auch in seinen 70ern eine Woche nach einem Blinddarmdurchbruch wieder problems herumhüpfen kann. Während ich mir nach einer Woche noch bei jedem Räuspern vor Schmerz den Bauch halten muss, hab ich dann auch noch mit einem Ausschlag von den Klebeverbänden und wieder stärker werdendem Schnupfen zu kämpfen.
Wenn man von den eitrigen Innereien absieht, bin ich also in wesentlich schlechterer Verfassung als noch vor einer Woche. Ich hoffe aber doch, dass sich meine aktuellen Beschwerden unkomplizierter in Luft auflösen, als ein entzundener Wurmfortsatz.